Männer-Ausflug zum Vatertag; Vatertag feiern die einen mit, die andern lieber ohne Familie. Rätselhaft bleibt hier, was Vaterschaft mit dem hektoliterweisen Verzehr von Bier und anderen geistigen Getränken zu tun haben muss. Befürworter sagen, an den übrigen 364 Tagen im Jahr hat der Familienvater ja keine Gelegenheit, sich einmal ganz ausgelassen, ganz als Vater geben zu können. Gegner werden nun anführen, dass Trunkenheit selten geistige Einkehr und Kontemplation zeitigen dürfte. Einkehr schon, aber nur nach mehr oder weniger langen Fußwegen, die vorzugsweise in Gruppen Gleichgesinnter zurückgelegt werden. Einkehr ganz im Hier und Jetzt, in einer zünftigen Wirtschaft.
Zur Minderung der Folgen, die der erhöhte Alkoholkonsum hervorruft, werden herzhafte Speisen gereicht. Groß- und Einzelhandel dürfen sich gemeinsam mit den gastronomischen Betrieben auf Spitzenumsätze in den Bereichen Bratwurst, Curryketchup, Pommes Frites und Beilagen freuen. Den ganzen Tag machen die ausgelassenen Väter ihrer Lebensfreude Luft, indem sie mehr oder minder sachkundig auf vielerlei tragbaren Instrumenten musizieren und dabei fröhliche Lieder singen. Es hat sich zum Nachteil und Schaden Unbeteiligter der deutlich hörbare Grundsatz etabliert: Je lauter, desto besser.
Quelle: Aktuell bei wdr.de
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