| Kopf hoch, Männer, alles wird gut |
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Seite 1 von 3 Die emanzipierte Frau hat viele Verbündete. Und wen hat der moderne Mann? Soll er Frauen trauen, die genauso viel verdienen? Mit den Kindern im Sandkasten sitzen? Steckt ein Gewinn dahinter, Macht zu teilen? Wäre gar nicht so verkehrt, meint der Autor des Hamburger Abendblattes, Volker Albers.Wie man's macht, macht man's falsch... Hier ließe sich das "man" auch groß und mit Doppel-N schreiben. Aber das wäre fatal, schließlich machen auch Männer mal was richtig. Das Auto waschen, zum Beispiel. Gut, keine Polemik. Es geht um ein ernstes Thema. Herbert Grönemeyer hat es in die Frage gepackt: "Wann ist ein Mann ein Mann?" Wenn er stark ist? Einfühlsam? Wenn er laut ist? Leise? Wenn er zupacken kann? Auf dem Fußballplatz die Blutgrätsche perfektioniert? Wenn er gebildet ist und rückwärts einparken kann? Wenn er sich liebevoll um seine Kinder kümmert? Seiner Frau den Rücken freihält? Ihr denselben gar krault? Wenn er Erfolg hat im Beruf? Viel Geld verdient? Am besten alles auf einmal ist und kann (abgesehen von der Blutgrätsche)? Das Thema Geld führt mitten hinein ins Dilemma. Zwei Meinungen dazu: "Ein Mann mit großem Bankkonto kann gar nicht häßlich sein." Sagt Shirley MacLaine. Umfragen geben ihr recht: Noch immer schauen nicht wenige Frauen zuerst auf den Geldbeutel des Herrn und dann . . . "Erst wenn man sieht, wen manche Frauen heiraten, kann man ermessen, wie sehr sie das Geldverdienen hassen." Sagt Jeff Goldblum. Zwei Schauspieler also. Vermutlich haben sie keine finanziellen Sorgen. Im wirklichen Leben ist es nicht ganz so komisch. Arbeit, Erfolg und Geldverdienen sind denn auch einige der Themen, denen sich Barbara Sichtermann (62) und Ingo Rose (42) in ihrem Buch "Männer am Rande des Nervenzusammenbruchs" widmen. Gemach, meine Herren, ganz so schlimm ist es nicht, der Titel führt ein wenig in die Irre (oder entspringt er einem Wunschdenken?). Gleichwohl: Frauen erobern eine vormals männliche Domäne, die außerhäusliche Arbeitswelt. Frauen arbeiten im Büro, Frauen verdienen Geld (wenn auch zumeist noch weniger als Männer), Frauen haben Erfolg (Tendenz steigend). Männer reagieren darauf in der Regel so: "Ja, doch, das finde ich gut, wirklich, also, daß auch die Frau jetzt arbeitet und Geld verdient, das Klima im Büro wird doch gleich ganz anders . . ." Dieses Gespreche ist eine Folge der Emanzipation. Das Denken dazu könnte folgendes sein: "Das ist schon in Ordnung, nur muß es nicht gleich meineFrau sein. Und mehr Geld verdienen als ich, na ja . . ." Frauen werden im Beruf von Männern als Konkurrentinnen wahrgenommen - in einem von Männern geschaffenen System, dessen Götze die Macht ist. Was mit psychischen Kosten verbunden ist, wie die Autoren schreiben: Für Männer ist diese Bedrohung ein "Verlust von Ruhe und Sicherheit. Ein schmerzlicher Verlust." Nun ließe sich einwenden, Mitleid sei hier fehl am Platze, siehe Zitat Jodie Foster. Die Sache ist komplizierter. Schließlich geht es nicht darum, scharenweise depressive Männer zu erzeugen (die Selbstmordquote bei Männern ist dreimal so hoch wie die von Frauen). Es geht um ein Umdenken, um neues Denken, denn Männer sind dem alten nicht eben selten noch verhaftet: Mit Frauen als Konkurrentinnen können sie schwer umgehen und greifen schon mal (mehr oder weniger bewußt) auf archaische, gern auch sexistische Verhaltensmuster zurück. Ein verzweifelter, ein hilfloser Abwehrkampf, der manchmal auch seine (ungewollt) komischen Seiten hat. Und wenn Männer andere Männer als Gegner haben? Kein Problem, kennen wir von früher, das war ja immer so. |
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